Joseph Völk

voelk.jpg Dr. Joseph Völk

Dr. (Franz) Joseph Völk (* 9. Mai 1819 in Schwabmünchen (Mittelstetten); † 22. Januar 1882 in Augsburg) war Jurist und Polititker. 1843 erhielt er für eine Arbeit über die Handlöhne in Bayern den Dr. iur. utr. zuerkannt. Beerdigt wurde er auf dem Augsburger Hermanfriedhof, seine Gebeine wurden in den 1950er Jahren nach München gebracht.

1848 wurde er Advokatenkonzipient (Anwärter) in Landsberg am Lech.
1849 trat er als politischer Redner in Schwabmünchen auf.
1855 Advokat in Friedberg.

Von 1855 bis zu seinem Tod 1882, war er Mitglied des bayerischen Landtags. Joseph Völk war 1863 Gründungsmitglied der Bayerischen Fortschrittspartei. Eine Rede, in der er am 18. Mai 1868 pathetisch Stellung für die deutsche Einheit bezog, gilt als „Frühlingsrede“ und machte ihn in ganz Deutschland bekannt. Von 1871 bis 1881 war er Abgeordneter des Reichstags. Von 1871 bis 1874 als Mitglied der Liberalen Reichspartei und von 1874 bis 1879 als Mitglied der Nationalliberalen Partei

Am 31. Mai 1880 verlieh ihm die Stadt Kempten, die zu seinem Wahlkreis gehörte, das Ehrenbürgerrecht.

1880 schenkten ihm Augsburger Großindustriellen ein Haus an der Grottenau, neben der damaligen Oberpostdirektion. Das Haus, in dem er bis zu seinem Tod lebte, wurde Anfang der 20 Jhds. abgerissen, an seiner Stelle wurde 1909/10 das sog. Allianzhaus erbaut. Dieses Gebäude wiederum wurde 1966 abgerissen.1) Seitdem steht dort ein Geschäftshaus, in dem sich heute u.a. die Hauptverwaltung der Patrizia Immobilien AG befindet.

Im Schwabmünchner Ortsteil Mittelstetten trägt der Doktor-Völk-Weg seinen Namen, dort befindet sich auch eine Gedenktafel. In der Augsburger Innenstadt ist die Völkstraße nach ihm benannt. Ebenso wie die Vökstraße in Kempten.

Landtagsabgeordneter

1855 - 1859 Wahlbezirk Günzburg
1859 - 1861 Wahlbezirk Memmingen
1863 - 1869 Wahlbezirk Immenstadt
1870 - 1875 Wahlbezirk Augsburg
1875 - 1882 Wahlbezirk Kempten

Quellen2)

Reichstagsabgeordneter

1871 Wahlkreis Immenstadt-Kempten-Lindau (die Wahl in Ansbach-Schwabach lehnte er ab)
1874 Wahlkreis Immenstadt-Kempten-Lindau

1874 löste sich die Liberale Reichspartei auf, daraufhin wechselte Joseph Völk zur Nationalliberalen Partei. Nach einer Reichtagsrede am 10. Juli 1879, in der er für Schutzzölle eintrat, musste er die Nationalliberale Partei verlassen.

Quellen3)

Trivia

  • Josef Madlener inspirierte die „Frühlingsrede“ zu einem Bild.4)
  • In Peter Dörflers Roman „Der Alpkönig“ wird Völk im 18. Kapitel beschrieben.5)
  • „Lant it lugg“ war eine Devise, die er zum Abschluss vieler Reden ausgab. Es heisst „nicht nachlassen“ und warb für das Durchhalten auf dem Weg zur deutschen Einheit. 6)

Bilder

Gedenktafel am Geburtshaus von Dr. Joseph Völk in Mittelstetten.
voelkhaus_augsburg_2.jpg Das Gebäude rechts wurde 1909 an der Stelle erbaut, wo das Haus von Joseph Völk stand.

Links

1) Artikel in der Augsburger Allgemeinen vom 23.7.1966
2) , 3) Helmut Steinsdorfer in „Landkreis Schwabmünchen - Landschaft, Geschichte, Wirtschaft, Kultur“, Augsburg, 1983, S.509 ff
4) , 5) Artikel in „Der Allgäuer“ vom 25.1.1962
6) Helumt Steinsdorfer: Die Liberale Reichspartei (LRP) von 1871, Seite 80
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